Hochrhein besteht auf Elektrifizierung

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Waldshut-Tiengen -  Podiumsdiskussion der drei SPD-Ortsvereine Waldshut, Tiengen und Lauchringen im Waldshuter Schützenhaus dreht sich um Probleme der Hochrheinbahn.

 

Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion, v. l.: Walter Scheffel und Michael Bobst, Heiko Focken und Bernd Klingel, Daniel Priem und Frank Buermeyer, Moderatorin Karin Rehbock-Zureich, Rita Schwarzelühr-Sutter, Tilman Bollacher und Hidir Gürakar.

Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion, v. l.: Walter Scheffel und Michael Bobst, Heiko Focken und Bernd Klingel, Daniel Priem und Frank Buermeyer, Moderatorin Karin Rehbock-Zureich, Rita Schwarzelühr-Sutter, Tilman Bollacher und Hidir Gürakar.  Bild: Freudig

Verspätete Züge, verpasste Anschlüsse und verärgerte Bahnkunden sind auf der Hochrheinstrecke seit Jahren an der Tagesordnung. Doppelspurausbau und Elektrifizierung der Teilstrecke Erzingen-Schaffhausen im vergangenen Jahr haben die Situation keinesfalls entschärft. Die Region fordert schon länger auch die Elektrifizierung der Strecke von Basel nach Erzingen. Das Vorhaben stockt, weil der Kanton Aargau aufgrund der Differenzen beim Fluglärm-Staatsvertrag aus dem Finanzierungskonzept ausgestiegen ist. 160 Millionen sind für das Projekt veranschlagt.


"Zukunftsperspektiven der Hochrheinbahn"

Unabhängig von der Haltung des Kantons Aargau sieht die SPD-Bundestagsabgeordnete und Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Rita Schwarzelühr-Sutter, durch die kürzlich erfolgte Verlängerung des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes neue Möglichkeiten, das Vorhaben mit Unterstützung des Bundes zu finanzieren. Dies sagte sie bei der Podiumsdiskussion im Waldshuter Schützenhaus zum Thema „Zukunftsperspektiven der Hochrheinbahn“. Eingeladen zu dieser Gesprächsrunde hatten die SPD-Ortsvereine Waldshut, Tiengen und Lauchringen. SPD-Politiker, der Landrat, Vertreter von DB Regio und der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg sowie Pendler der Initiative Pro SBB diskutierten, Karin Rehbock-Zureich (Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion) moderierte. 60 Besucher waren gekommen. Landrat Tilman Bollacher und Rita Schwarzelühr-Sutter bekräftigen bei der SPD-Veranstaltung die Notwendigkeit und den Nutzen der Elektrifizierung für die Region. Dies unabhängig von möglichen Übergangslösungen.

DB Regio ist für einfachere Lösungen

Die Vertreter von DB Regio (Betreiber der Strecke) und Nahverkehrsgesellschaft forderten hingegen dazu auf, sich nicht nur auf das große Ziel Elektrifizierung zu konzentrieren, sondern gemeinsam nach einfacheren Lösungen zu suchen, um kurzfristig und mit weniger Geld Verbesserungen zu erreichen. Als Beispiele wurden die Bahnhöfe Tiengen und Lauchringen genannt, deren zweite ungenutzte Gleise mit entsprechenden Baumaßnahmen aktiviert werden könnten. Eine bestimmte Infrastruktur nannte Frank Buermeyer (DB Regio) als Voraussetzung für Pünktlichkeit. Hier müsse angesetzt werden. Etwas längere Wartezeiten der S-Bahnen in Schaffhausen auf IRE-Züge, damit diese nicht bereits bei kleinsten Verspätungen hinter den S-Bahnen her fahren müssen, könnten nach einhelliger Meinung weitere Entlastungen bringen. Laut Klingel laufen hierfür schon länger Gespräche mit der Schweiz.

In der Fragerunde nutzen etliche Besucher – unter ihnen viele Pendler – die Möglichkeit, ihrem täglichen Frust über unpünktliche Züge Luft zu machen. Umweltbelastung durch Dieselruß, schlecht gewartete und verschmutzte Züge wurden ebenfalls angesprochen. „So kann es nicht weitergehen“, brachte Rita Schwarzelühr-Sutter die allgemeine Stimmungslage von Bahnfahrern und Politikern auf den Punkt.

 

Betroffene und Verantwortliche zur Misere auf der Hochrhien-Bahnstrecke

In der Podiumsdiskussion der drei SPD-Ortsverbände Waldshut, Tiengen und Lauchringen im Waldshuter Schützenhaus kamen die Betroffenen und Verantwortlichen der Misere auf der Hochrhein-Strecke zu Wort - hier deren Kernaussagen.

Frank Buermeyer, DB Regio, Sprecher Verkehrsbetrieb Südbaden: Ihre Beschwerden sind angekommen, wir arbeiten mit allen Beteiligten daran, Lösungen zu finden, wir werden auch nach einfachen suchen, die kurzfristig und mit weniger Geld umgesetzt werden können.“

Heiko Focken, Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg: „Die Hochrheinbahn ist nicht so schlecht wie sie dargestellt wird, sonst hätten wir nicht diese große Zahl von Fahrgästen, aber es ist klar, wir haben noch Luft nach oben.“

Bernd Klingel,

Geschäftsführer Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg: „Etwa ein Drittel aller Bahnstrecken in Baden-Württemberg sind noch nicht elektrisiert, Dieselloks werden uns also noch länger erhalten bleiben, aber auch ohne Elektrisierung sind Verbesserungen möglich.“


Daniel Priem, DB Regio, Teilnetzmanager Hochrheinbahn: „Viele Stationen am Hochrhein lassen Luft im Fahrplan nicht zu, hinzu kommen eingleisige Streckenabschnitte, Pünktlichkeit ist damit schwieriger zu erreichen als anderswo.“

Walter Scheffel, Initiative Pro SBB: „Ich fahre seit elf Jahren von Tiengen nach Schaffhausen und der Fahrplan wird so gut wie nie eingehalten, wogegen man nach den SBB-Zügen in Schaffhausen die Uhr stellen kann.“

Rita Schwarzelühr-Sutter, MdB, Parlamentarische Staatssekretärin: „Wir halten am Ziel der Elektrifizierung fest, weil sie aus vielen Aspekten heraus der ländlichen Region dient, neben Pünktlichkeit geht es auch um Barrierefreiheit und zeitgemäßes Wagenmaterial.“

Tilman Bollacher, Landrat Landkreis Waldshut: „Das erste Ziel bleibt die Elektrifizierung, ohne sie werden wir abgehängt, ihre Finanzierung braucht die Bündelung aller Kräfte und die Bahn ist gefordert, ihre Fahrplanstabilität zu erweitern.“

Autor: Ursula Freudig, http://www.suedkurier.de/ 27.01.2014

 

 
 

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