Landrat Martin Kistler stellt Entwicklungskonzepte für den Landkreis vor

Kommunalpolitik

Bild: Manfred Dinortgen

Landrat Martin Kistler nimmt in der SPD-Mitgliederversammlung Stellung zu aktuellen Themen, wie Ärzteversorgung, Krankenhausstandort und Verkehr.

Einen Querschnitt über das, was den Kreis bewegt und seine Bürger in Atem hält, bot Landrat Martin Kistler bei der SPD-Mitgliederversammlung. Eingeladen hatten die Ortsvereine Waldshut, Tiengen, Lauchringen und Küssaberg. Claudia Hecht, Vorsitzende des Waldshuter Ortsvereins, sagte: „Wir hoffen, dass Sie Antworten auf die Fragen haben, die uns auf den Nägeln brennen.“ Kistler: „Für mich ist es ein großes Anliegen, die Stärken des Kreises herauszustellen und ein regionales Entwicklungskonzept zu erarbeiten, damit wir nicht ins Abseits rutschen.“ Ein zentrales Gewicht komme der Entwicklung der Infrastruktur auf allen Ebenen zu, aber auch dem Verhältnis zur Schweiz, das Vorteile, aber auch Belastungen bringe. Stellung bezog er zu den folgenden Themen:

 

 

Elektrifizierung der Hochrheinbahnstrecke: Als Gründe für einen Ausbau nannte Kistler ökologische Aspekte, eine Beseitigung der letzten Dieselnischen, ein komfortableres Zug- und Rollmaterial und einen besseren Takt. Die Planungskosten beliefen sich auf zehn Millionen Euro, der Ausbau sei mit 160 Millionen kalkuliert. Allerdings werde es eine durchgehende Zweigleisigkeit nicht geben. Er rechne damit, dass noch in diesem Jahr wichtige Entscheidungen fallen. „Wenn wir diese Chance nicht ergreifen, verstehe ich die Welt nicht mehr.“

 

A 98: Der Ausbau der Hochrheinautobahn sei ein wichtiges Signal für die Wirtschaft, ob dreispurig, als Autobahn- oder als Bundesstraßen-Variante. „Besser abgesichert sind wir, wenn wir die A-Variante weiter verfolgen.“

 

Krankenhausfusion: „Klar ist, dass wir eine qualitativ hochwertige medizinische Versorgung eher in einem Haus abdecken können und hier die Kräfte bündeln.“ Sich jetzt schon auf einen Standort festzulegen, halte er aber für verfrüht. Geplant sei, ein zweites Gutachten in Auftrag zu geben, um auch andere Fragestellungen abzudecken. Auch die wirtschaftliche Seite müsse stimmen, nur dann könnten wichtige Strukturen auf Dauer erhalten bleiben.

 

Notarzt- und Hausarztversorgung: Wichtiges Ziel sei, die Hausarztversorgung dauerhaft zu sichern. Fünfzig Prozent der Ärzte seien älter als 60 Jahre. „Da kann man sich leicht ausrechnen, was in einigen Jahren auf uns zukommt.“ Auch hier spiele die Infrastruktur wieder eine große Rolle, um junge Ärzte in den Kreis zu bekommen. „Die wollen eine Familie und da bietet das flache Land zu wenig Perspektiven.“ Der Kreis habe daher zum runden Tisch mit allen Akteuren geladen, der sich zu einer regionalen Gesundheitskonferenz entwickeln könne.

 

Schulentwicklung: Dazu liege, noch druckfrisch, ein neues Schulentwicklungskonzept des Landkreises vor, auch mit dem Ziel, die Fehler der Vergangenheit zu korrigieren. Das Konzept ist noch nicht veröffentlicht und soll vor der Sommerpause im Kreistag diskutiert werden.

 

Fachhochschule: Für einen Flächenlandkreis sei es extrem wichtig, Ausbildungsangebote im Kreis anbieten zu können, etwa im Bereich Pflege und medizinischer Assistenzbereich. Da stünde die Konzeptarbeit aber erst am Anfang. „Wenn es uns nicht gelingt, soll es nicht an unserem Einsatz gefehlt haben“, sagte Kistler.Außerdem nahm Kistler auch zu den Themen Fluglärm, Endlagersuche, Breitbandversorgung und Flüchtlingsproblematik Stellung.

 

http://www.suedkurier.de/region/hochrhein/waldshut-tiengen/ (27.04.15)

 
 

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